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HGKV - Übersicht der News



KV-Verhandlungen Hotel- und Gastgewerbe abgebrochen!

04.05.2014

Die Bundes-Kollektivvertragsverhandlungen für die Arbeiter und Angestellten im Hotel- und Gastgewerbe wurden am 22. April 2014 abgebrochen. Derzeit ist nicht absehbar, wann bzw. in welcher Höhe ein Lohn-/Gehaltsabschluss erfolgen wird.
 
Was bedeutet das für die Löhne/Gehälter ab 1. Mai 2014?
 
Die aktuellen Lohn- und Gehaltsabkommen wurden mit einer befristeten Laufzeit bis zum 30. April 2014 abgeschlossen. Das führt zum Ergebnis, dass für Dienstverträge ab dem 1. Mai 2014 ein vertragsloser Zustand hinsichtlich der KV-Mindestlöhne/-gehälter besteht (Ausnahme Kaffeehäuser und Hotellerie Wien).
 
Trotz aktuell fehlender Vereinbarung mit der Gewerkschaft, empfehlen die gastgewerblichen Fachverbände auch für Dienstverhältnisse, die ab dem 1. Mai 2014 abgeschlossen werden, die Anwendung der bisherigen KV-Mindest-Sätze.
Für Dienstverhältnisse, die vor dem 30. April 2014 begründet wurden, gelten die Lohn-/Gehaltstabellen 2013 unverändert weiter.  
 
Rechtliche Absicherung bei freiwilligen Erhöhungen:
 
Werden bereits vor Abschluss neuer kollektivvertraglicher Mindestlöhne/-gehälter auf freiwilliger Basis Erhöhungen gewährt, sollte dies nur gegen ausdrückliche schriftliche Bestätigung erfolgen, wonach die freiwillige Anhebung eine Vorwegnahme der zu erwartenden kollektivvertraglichen Erhöhung der Lohn- bzw. Gehaltssätze darstellt und auf diese voll angerechnet wird.
 
Zur Information ein Formulierungsvorschlag von Dr. Steinlechner für den Fall einer freiwilligen Erhöhung der Löhne/Gehälter:
 
Vereinbarung
 
1. Herr/Frau …. erhält am 1.5.2014 eine Lohn-/Gehaltserhöhung von Euro …. brutto. Der neue Lohn/das neue Gehalt beträgt somit ab 1.5.2014 Euro ….. brutto.
 
2. Diese Lohn-/Gehaltserhöhung wird auf jede kollektivvertraglich vereinbarte Erhöhung der Löhne bzw. Gehälter angerechnet, die im Zeitraum zwischen 1.5.2014 und 30.4.2015 in Geltung tritt.
 
Unterschriften
 
 
Darüber hinaus geben wir zu bedenken, dass vorzeitig gewährte Lohn- und Gehaltserhöhungen im Fall von Abweichungen mit dem späteren Lohn- und Gehaltsabschluss aufzurollen sind, was mit einem zusätzlichen administrativen Aufwand verbunden ist. Eine vorzeitige Erhöhung ist somit nicht empfehlenswert. Diese Formulierung soll lediglich eine Hilfestellung zur Absicherung von Betrieben sein, deren Mitarbeiter bereits jetzt auf eine Lohn-/Gehaltsanpassung drängen.

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